WAS wird gefördert? - Pflichtkriterien


1. Das Projekt muss einen nachweisbaren Stadt-Umland Bezug aufweisen
a) Das Projekt muss nachhaltig positive Auswirkungen auf Stadt und Umland aufweisen.
b) Das Projekt wird gemeinsam von/in Zusammenarbeit mit Dienststellen der Stadt Graz und einer/mehrerer Umlandgemeinden entwickelt/erabeitet.

2. Das Projekt muss Zielen übergeordneter Planungen/Strategien entsprechen
(z.B.: regionales Entwicklungsprogramm oder Entwicklungsleitbild, Stadtentwicklungskonzept, übergeordnetes Verkehrskonzept, sonstige übergeordnete Sachprogramme und Strategien)

3. Das Projekt muss inhaltlich mit einem der vier thematischen URBAN-PLUS-Planungsschwerpunkte übereinstimmen

PSP 1: Integrierte Standortentwicklung -

Initiierung einer integrierte Standortentwicklung im Süden von Graz als wirtschaftlicher Standortraum mit hohen Entwicklungspotentialen

Der Süden von Graz besitzt wichtige Potenziale für eine künftige dynamische wirtschaftliche Entwicklung, von der auch hohe Entwicklungsimpulse für die gesamte Steiermark erwartet werden können. Prägend sind hierbei wenige industrielle Großbetriebe und die mit ihnen verbundenen Partnerbetriebe.
Das Regionalprogramm Graz und Graz-Umgebung fasst den Raum der Kernstadt und den suburbanen Raum im Grazer Süden zur Kategorie „Siedlungs- und Industrielandschaften“ zusammen. Die Mischnutzung, die sich sowohl im südlichen Graz als auch in den Umlandgemeinden abzeichnet, ist ein wesentliches Charakteristikum des Gebietes, welches sich aus dem historischen Siedlungsverhalten ableitet. Die Struktur der Mischgebiete blieb bis heute erhalten und führt nunmehr zu entwicklungstechnischen Problemfeldern, wie z.B.:
+ Lärm- und Schadstoffbelastung,
+ Beeinträchtigung des Wohnumfeldes durch fehlende Nutzungstrennungen,
+ unzureichende Anbindung der Standorte (MIV und ÖV),
+ mangelhafte Planung der Flächenpotenziale für Betriebsansiedlungen und -erweiterungen verbunden mit einem steigenden Flächenbedarf der Industrie, etc.

Verschärft werden diese Herausforderungen durch die räumliche Trennung von einzelnen Betriebseinheiten (Erzeugung von Werksverkehr) und Zulieferbetrieben (Quell- und Zielverkehr) sowie die notwendige Schichtarbeitsweise, die zu erhöhtem MIV-Aufkommen führt.
Die Problemlagen können sich angesichts bestehender Entwicklungstendenzen durch fiskalische Anreizwirkungen aus dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) noch verschärfen, sodass es für die gesamte Stadtregion zu suboptimalen Ergebnissen kommt – sowohl fiskalpolitisch als auch raumplanerisch.
Im Rahmen des Maßnahmenschwerpunktes „Integrierte Standortentwicklung“ gilt es, die Rahmen- und Umfeldbedingungen für die lokalen Unternehmen und deren weitere Entwicklung zu verbessern, sowie attraktive Rahmenbedingungen für Neuansiedlungen zu schaffen. Gleichzeitig soll dadurch versucht werden, Konflikte mit Komplementärnutzungen zu entschärfen.

Operative Inhalte der über die URBAN-Fortführung finanzierbaren Projekte:
+ Flächenmanagement: Bestandsanalysen und Vorbereitungen für ein umfassendes Flächenmanagement mit dem Ziel, in Zukunft als gemeinsamer Standort agieren zu können. Dies umfasst auch notwendige konzeptionelle Arbeiten im Rahmen eines interkommunalen Finanzausgleichs.
+ Kooperative Betreibermodelle und Begleitmaßnahmen: Im Rahmen eines integrierten Flächenmanagements soll ein Prozess zur Entwicklung kooperativer Betreibermodelle und eine Anschubfinanzierung bzw. Begleitmaßnahmen für infrastrukturelle Umsetzungsprojekte ermöglicht werden. 
+ Bestandspflege: Aufbauend auf einer Nutzungsanalyse sollen mit ausgewählten Gewerbebetrieben deren künftige Perspektiven, Wachstums- bzw. Umsiedlungsoptionen geklärt werden. Im Einzelfall kann hier auch eine entsprechende Projektentwicklung durchgeführt werden.


PSP 2: Mobilität -
Verbesserung der Verkehrssituation und Erreichbarkeit, insbesondere im Pendelbereich Stadt-Umland

Die Verkehrsinfrastruktur und saubere, effiziente, bezahlbare und wirksame Mobilität sind wichtige Faktoren für die Attraktivität und Lebensqualität von Stadtteilen bzw. ganzen Regionen.
Die bestehenden Verkehrsprobleme im Programmgebiet ergeben sich insbesondere aufgrund der hohen Belastung durch den MIV zwischen der Stadt Graz und den südlichen Nachbargemeinden, wesentlich getragen durch die PendlerInnenströme (Liebenauer Hauptstraße, St. Peter Hauptstraße, Triester Straße, Kärntner Straße und Phyrnautobahn) und den Wirtschaftsverkehr.
Im Bereich des ÖV bestehen derzeit sowohl innerstädtisch als auch im Stadt-Umland-Bereich Angebotsdefizite. Im Bereich des Radwegenetzes gilt es ebenfalls Lücken zu schließen.
Die operativen Inhalte fokussieren sich daher in diesem Maßnahmenbereich auf direkt wirksame Projekte, welche mit den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln umsetzbar sind, wie z.B.:
+ Gestaltungsmaßnahmen: im Bereich der Haupteinfahrtstraßen, z.B. durch eine gemeinsame Konzeptentwicklung von Raum- und Stadtplanung, Verkehrsplanung sowie der betroffenen privaten Personen und Unternehmen
+ Mobilitätsmanagement
+ Lärm- und Sichtschutzmaßnahmen: im Bereich von Wohnsiedlungen z.B. Erprobung alternativer Konzepte („Do-it-yourself“-Ansätze)
+ Car-Pooling: z.B. webbasierte Pendlergemeinschaften mit reservierten/verbilligten Parkplätzen in P&R-Anlagen
+ ÖV-Attraktivierung: z.B. Verlängerung/Verlagerung von Buslinien mit dem Ziel der verbesserten Anbindung an das Zentrum sowie an bestehende Leitbetriebe bzw. Gewerbegebiete (Pilotprojekte)
+ Rad- und Fußwegenetz: Lückenschluss in relevanten Bereichen
+ Stadtteilentwicklungskonzepte
+ Konzepte mit Stadt-Umland-Bezug


PSP 3: Grünraum und Umwelt -
Entwicklung des Grünraums und Naherholungsraumes zur Steigerung der Wohn- und Lebensqualität der ansässigen Bevölkerung

Aufgabe der Stadt Graz ist es, innerhalb und in direkter Umgebung zur Stadt Räume bereitzustellen, welche sich an den Bedürfnissen der EinwohnerInnen in Hinblick auf Naherholung (Spiel-, Sport- und Freizeitangebote) orientieren.
Zusammenhängende Grünflächen existieren u.a. in den Mur-Auen, die sich als Band entlang der Mur erstrecken. Die Mur-Auen im Grazer Stadtgebiet (v.a. in Puntigam und Liebenau) sowie in den angrenzenden Umlandgemeinden (Gössendorf, Feldkirchen) stellen ein Potenzial an Erholungsräumen für die Bevölkerung dar.
Ein wesentliches Manko im Projektgebiet in Bezug auf den Grünraum ist die fehlende Verknüpfung von bestehenden Grünelementen im städtischen Bereich. Aufgrund der faktischen Mischnutzungsproblematik herrscht insbesondere in den städtischen Gebieten Bedarf an der Entwicklung zusammenhängender Grünräume.
Operative Inhalte wären dabeiz.B.:
+ Grünraumvernetzung und Naherholung durch Aufschließung des Erholungsraumes Eichbachgasse und dessen Weiterentwicklung mit Funktionen für den Gesamtraum; weiterer Ausbau von Konzepten des Grünen Netzes und von Nutzungskonzepten für die Mur-Auen.
+ Wohnumfeldverbesserung: Bestandsaufnahme und ggf. Förderung lokaler Initiativen (Selbstpflege)
+ Grüne Inseln: Bedarfsanalyse und Umsetzung(-spläne) zur Schaffung von „grünen Inseln“ in Großbetrieben zur Nutzung für die Angestellten (Erholungsfunktion)


PSP 4: Lokale Partnerschaften -

Stärkung lokaler Partnerschaften im Grazer Süden bzw. der Zusammenarbeit der Stadt Graz mit den Umlandgemeinden

Der bisherige Erfolg der Grazer URBAN-Programme ist in nicht geringem Maße der Mobilisierung eines breiten Spektrums von PartnerInnen mit unterschiedlichen Kompetenzen zu verdanken. Im Rahmen dieses thematischen Schwerpunktes sollen die bisherigen positiven Erfahrungen – insbesondere bei den von lokalen AkteurInnen direkt umgesetzten Projekten – mit einem neuen Schwerpunkt des Angebots von lokalen Diensten kombiniert werden. Ziel ist die Förderung der sozialen Eingliederung und der Chancengleichheit. Operative Inhalte der über URBAN PLUS finanzierbaren Projekte sind:
+ Kleinprojektefonds: zur Realisierung bedarfsgerechter Initiativen (Kultur- und Sozialinitiativen etc.)
+ Alternative Nahversorgungsformen: Bedarfsanalyse und Machbarkeitsabschätzung im Bereich der Nahversorgung von unterversorgten Bevölkerungsteilen, koppelbar mit Beschäftigungsprojekten
+ BürgerInnenbeteiligung
+ E-Government: Informations- und Know-how-Transfer bei der Einführung von E-Government in den Umlandgemeinden